Fortbildung beim THW Baden-Baden

Was machen eigentlich die Kollegen “in Blau”? Wie sind sie strukturiert? Was für Fahrzeuge und Technik halten sie vor? All diese Fragen wurden gestern Abend bei einer Fortbildung in der THW-Unterkunft in Baden-Baden geklärt.

Durch die Helfer wurde eine kurze Vorstellung des Standortes Baden-Baden durchgeführt. Hierin ging es um die vorhandenen Einsatzfahrzeuge, als auch um die Unterkunft und die Finanzierung bzw. Beschaffung von Fahrzeugen und Gerätschaften. Da das THW eine Bundeseinrichtung ist, sind die Abläufe im Gegensatz zur Feuerwehr (städtische Einrichtung) etwas anders.

Der zweite Teil der Fortbildung war ganz dem Einsatzstellen-Sicherungssystem, kurz ESS, gewidmet. Das THW Baden-Baden verfügt über eines von vier ESS in Baden-Württemberg.

Mit dem Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS) werden Einsatzstellen überwacht und die Rettungskräfte frühzeitig vor weiteren Gefahren gewarnt.

Das Einsatzstellen-Sicherungssystem ist in vielen Gefahrensituationen einsetzbar und sehr hilfreich. Nicht nur bei der Überwachung von einsturzgefährdeten Gebäuden und Trümmerstrukturen, sondern auch bei Deichen, Hanglagen und in Hochwassersituationen. 

Im Wesentlichen besteht das ESS aus Tachymeter, Stativ und einem Rechnersystem mit Datenübertragung über Funk oder Kabel. Das ESS erkennt frühzeitig kleinste Veränderungen durch Messung der Bewegungen. Diese sind häufig so minimal, dass das bloße Auge sie gar nicht wahrnehmen kann.

Wenn Gebäudeteile einzustürzen drohen, werden die statischen Schwachstellen farblich gekennzeichnet und nummeriert. Die markierten Schwachstellen dienen über Spiegelprismen dem ESS als
Messpunkte. Die einzelnen Messpunkte werden in den Computer eingegeben und gespeichert. So kann das ESS mithilfe eines Lasers die gefährdeten Bereiche permanent und automatisch überwachen. Das Einsatzstellen-Sicherungssystem misst dreidimensional und millimetergenau. Veränderungen beispielsweise in einer Wandstruktur erkennt es sofort. Sobald die Daten abweichen und außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereiches liegen, ertönt ein Alarmsignal. Dieses warnt die Rettungskräfte, so dass sie die Einsatzstelle verlassen können, um nicht selber verletzt oder verschüttet zu werden.

Ein weiteres Einsatzgebiet für das ESS ist die Erkundung von hochwassergefährdeten Bereichen. Schnell können Straßenzüge oder auch ganze Ortschaften auf ihr Höhenprofil untersucht werden. So erkennen die Einsatzkräfte, wo das Hochwasser zuerst ankommen wird, und können ihre Arbeiten entsprechend planen.

(Quelle: THW)

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